In den Auen

Ein Rundblick mit historischem Überblick

Sie befinden sich am 2008 errichteten Dorfgemeinschaftshaus, das sich zu einem frequentierten neuen Zentrum der Dorfgemeinschaft entwickelt hat. Es ist Zentrum und Wanderparkplatz für die im Bad Neuenahrer Wanderführer beschriebenen Wanderwege über die Lohrsdorfer Flur. Richtung Norden sehen Sie Alt-Lohrsdorf mit - im Vordergrund - der ehemaligen Volksschule, später dann Grundschule für Lohrsdorf und Green. Oberhalb der Häuser sieht man links die Weinberge auf der Landskrone und dem Heuberg, dann das Tal des Lohrsdorfer Baches mit den Weinbergen am Lohrsdorfer Koppen. Nach Westen die Lohrsdorfer Obstwiesen, den zweitältesten Teil Lohrsdorfs entlang der Sinziger-Straße, die Straßenbrücke nach Heimersheim und die Ahrtalbrücke der A 61. Im Süden fließt die Ahr, und auf der gegenüber liegenden Ahrseite der Stadtteil Green und die das Ahrtal umschließenden Berghöhen und Weinberge bei Löhndorf und Ehlingen. Im Osten liegen der Spiel- und Bolzplatz von Lohrsdorf, Streuobstwiesen sowie Acker- und Weideland bis nach Bad Bodendorf. Die Ahruferbereiche selbst sind vielfach von einem Neophyt, dem Drüsigen Springkraut befallen, das die einheimischen Pflanzen stark verdrängt.

Die Geschichte

Zwischen den das Tal einengenden Bergkuppen, Lohrsdorfer Koppen und Ehlinger Ley befand sich ein bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das  Sumpfgebiet der mäandernden Ahr, ehemals östlicher Teil des kaiserlichen Jagdgebietes.
Die Alt-Lohrsdorf durchschneidende und nach Osten rechtwinklig um den Fuß des Koppen verlaufende Sinzigerstraße, Teil der alten B 266 ist die uralte Eifel-Ardennenstraße, über diese einzige - wohl schon seit römischer Zeit - befahrbare Straße errichteten die Franzosen eine einträgliche Zollschranke, die Barriere. Die Flurkarte zeigt, rot markiert, Orte nachweislicher römischer Besiedlung, ebenfalls hauptsächlich entlang der Eifel-Ardennenstraße.

Weitere Besonderheiten östlich unseres Standortes                   

1. Vor der Römerzeit waren nach dem Bericht Cäsars die hier lebenden Kelten (Gallier!) ständig von östlich des Rheines einfallenden Kriegerhorden bedroht. Als Verteidigungslinie entstand östlich unseres Standortes die das mittlere und obere Ahrtal sichernde und heute noch katasteramtlich so bezeichnete „Heidenmauer“. Sie erstreckte sich vom Fuße des Koppen - südlich der heutigen B 266 und der Eisenbahnstrecke - bis an die Grenze des ehemaligen Sumpfgebietes der Ahr.

2. Die katasteramtliche Lohrsdorfer Gemarkungskarte zeigt um das Altdorf herum die sogenannten Gewanne. In jedem Gewann erhielt im Altertum nach der Flurordnung jeder Bauer einen Streifen Land. Die Kleinparzellierung innerhalb der Gewanne ist in den Fluren 12 und 13 auf der Katasteramtskarte, also im Bereich der „Heidenmauer“ und im Flurstück „In den Gassen“, am Fuße des Südhanges des Koppen deutlich zu erkennen. Nach den Recherchen von Dr. Thomas Krüger vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn gab es 15 linksrheinische Standorte am Niederrhein mit einer gewerblichen Flachsverarbeitung, zu denen auch Niederkrüchten gehörte. Unmittelbar bei Niederkrüchten liegt der Ort Brempt. Ein Freiherr von Brempt, als Mitbesitzer der Burg und Reichsherrschaft Landskron, hat vermutlich im 17.Jh. das Gewerbe des „Flachsröstens“ nach Lohrsdorf gebracht und in den „Gassen“ (= Gruben) den geeigneten Platz dafür ausfindig gemacht. Die Straße von Heimersheim Richtung Lohrsdorf, parallel zur B266 neu heißt heute noch „Am Flachsmarkt“.