Green

  • Die Mühle
  • Die Quaden und weitere Herren in Green


Die Greener Mühle ist über 500 Jahre alt und war für die Landesherren von der Landskrone immer von größter Bedeutung, da sie für die Versorgung unentbehrlich war. Ihr heutiges Aussehen – wie auf dem Bild dargestellt – ist etwa 100 Jahre alt und somit der letzte große Um- und Neubau der Mühle.

Geologie:

n dem durch vulkanische Tätigkeit entstandenen Trogtal vom Gelände des Apollinarisbrunnen im Westen (überspannt mit der Autobahnbrücke der A 61) und im Osten begrenzt durch den Lohrsdorfer Koppen und die Ehlinger Ley mäanderte die Ahr und grub sich jedes Jahr ein neues Flussbett. Sie prallte an dem harten Gesteinssockel der Landskrone auf (Prallhang!) und lagerte den mitgeführten, ausgewaschenen Sand auf der gegenüberliegenden Flussbettseite ab (Gleithang!). So wuchs bodenmäßig Green, gesichert durch einen Damm, der wiederum durch tiefwurzelnde Nussbäume gefestigt wurde, auf die Gemarkung Lohrsdorf zu.

Genealogie:

In der verflochtenen Genealogie der Burgherren von der Landskron taucht der Name „Quade“ auf. Vom 6. bis 15.Jh. haben die Quaden im Ahrgebiet als Herren und als sich daraus entwickelnde Uradelige gelebt. Sie sind  im 15.Jh. in der genealogischen Übersicht der Stammtafeln der Landskroner Burgherrn von Einenberg als seine Ehefrau Irmgard Quad zu Eller und mit dem Namen Lutter Quad bzw. seine Söhne Johann und Gerhard aufgeführt. Als Uradelige verzichteten die „Quad´s“ auf Titel wie „von“ oder „Freiherr und Graf“. 1467 antworteten Lutter Quad und seine Söhne auf die Erbansprüche auf das Schloss Landskron den „von Sombreff, von Bassenheim und Niet von Birgel, dass sie nicht den ihnen (den Quad´s) „von Natürlichkeit, von Gottes oder Rechts wegen“  zustehenden Besitz streitig machen können. Green sei von Lutter Quad vom Pfalzgrafen als Lehen empfangen worden. Der Burggraf Jacob von Rheineck verkaufte seinen Anteil an Landskron 1537 an den Enkel von Lutter Quad für 3000 Goldgulden und die Familie von Sombreff schon Ende des 15.Jh. ihren Anteil für 1500 Gulden.
Eine 2,08 Meter hohe und 91 cm breite Grabplatte des Daem Elias Hermann Quadt von Landskron ist heute noch an der Südwand des südlichen Querschiffes der Heimersheimer Pfarrkirche zu sehen. Sie zeigt den Ritter mit gefalteten Händen. 1621 konnte Johann Friedrich Quadt  von dem deutschen Kaiser Ferdinand II. mit Haus und Burg Landskron, mit Königsfeld, dem Tomberger Ganzen und dem dritten Teil des Einenberger Teils belehnt werden. Ein Nachkomme der Schwester des Johann Friedrich Quadt, Katharina, vererbte den Besitz an Heinrich Friedrich, Karl Freiherr vom und zum Stein. Damit wurde der spätere berühmte preußische Staatsminister Freiherr vom Stein Herr der Burg Landskron und der Reichsherrschaft Landskron, zu der Lohrsdorf und Green gehörten.

Geschichte Greens

Zum ersten Male taucht in einer Urkunde des Burggrafengeschlechtes derer von Hammerstein im Jahre 1279 ein Johannes de Grinde auf. 1319 wird in einer Urkunde ein Knappe (Vorstufe zum Ritter!) Giso von Greynden  aufgeführt, der in Green Weingüter und einen burgähnlichen Hof besaß. Sein Sohn Heinrich, Mutter war eine Frau Adelheid aus Ahrweiler, war ein „Getreuer“, also ein Lehnsmann von König Ludwig. Green besaß laut einer Urkunde aus dem Jahre 1341 ein eigenes Gericht. Man kann jetzt von der urkundlichen „Geburt“ Greens sprechen. In Green begütert waren verschiedene Grundherren, so z.B. der Ritter von Heimersheim, der Knappe von Bassenheim und seine Frau Nesa und Gerhard von Green, denen der Burgherr Gerhard von Landskron ihre Güter abkaufte. Green gehörte dadurch zur Reichsherrschaft Landskron und konnte nur vom deutschen Kaiser als Lehen gefordert werden. König Karl erneuerte diese Belehnung des Gerhard von Landskron „auf ewig!“ 1372 verkauften die Burggrafen von Hammerstein dem Junker Friedrich von Tomberg und seiner Frau Kunigund von Landskron ihr „Gut, Land, Leute, Wasser, Weide, Herrschaft, hohes und niedriges Gericht, Weinberge, Baumgärten und alles sonstige Erbgut in Lohrsdorf, Green und Heimersheim. Dass diese Dörfer eine Art Eigenständigkeit besaßen, geht daraus hervor, dass dieser Verkauf durch die Schultheißen und Geschworenen legitimiert werden musste.
In der Folge werden Lohrsdorf und Green über die Jahrhunderte als Vereinigte Doppelgemeinde geführt, wie es auch schon das Gerichtssiegel dokumentiert mit der lateinischen Umschrift: unici iudicii lohrsdorf et green (Vereinigte Gerichte Lohrsdorf und Green). Diese Verbindung ist bis heute in den verbundenen Stadtteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler erhalten geblieben.