Einmündung der Eulenstraße in die Sinziger Straße

Auf der Informationssäule konnten Sie schon über eine Idee für eine alternative Erwerbsquelle in Lohrsdorf, die Seidenraupenzucht, lesen.

Wirtschaft:

Der Mangel an agrarisch wertvollem und nutzbarem Boden in Lohrsdorf machte eine landwirtschaftliche Nutzung nur auf örtlich beschränkten und kleinen Parzellen möglich. Die Weinberge nördlich vom Ort sowie die Agrarflächen auf dem Heuberg und nördlich hinter dem Koppen gehörten den Burggrafen oder einigen wenigen Lohrsdorfer Bauern. Die meisten Einwohner waren Taglöhner und hielten sich nur notdürftig mit dem Ertrag ihrer kleinen Parzellen über der Hungergrenze. In der Lohrsdorfer Gemarkung liegen aber mineralische Bodenschätze in den eisenführenden sogenannten Herdorfer Schichten, die in Nestern von zusammengeschwemmten Verwitterungsresten noch vorhanden sind. Es sind Blei-, Kupfer- und Zinkablagerungen, „ja, es soll sogar Gold gefunden worden sein“. Im vorigen Jahrhundert wurde dann der Quarzitabbau auf dem Koppen von Bedeutung. Die Eulenstraße (eulner = Töpfer) weist auf diesbezügliche Gewerbebetriebe hin. So versuchten die Burgherren der Landskron immer, neue Erwerbsquellen zu finden wie: Die Anpflanzung von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht, die Wässerung der Flachspflanzen in den Bassins am Fuße der Südflanke des Koppen (s.Bild Rottegrube), die Förderung von Quarzit zur Glasherstellung, den Abbau von Basalt u.a.m. Einzig der Weinanbau erwies sich als dauerhafter und zukunftsfähiger Wirtschaftszweig für die Gemeinde Lohrsdorf.

An der Fahrbrück
In der Flurkarte steht an unserem Standort hier die Bezeichnung „An der Fahrbrück“. Die Landskroner Burgherren förderten den Zusammenschluss von Lohrsdorf und Green als Doppelgemeinde durch die Errichtung einer Fahrbrücke über die Ahr. Sie überspannte die Ahr an der Stelle, wo im Lohrsdorfer Weistum seit urdenklichen Zeiten die sogenannten „Grundschwellen“ in der Ahr von den Bauern benutzt wurden, um mit ihren Pferde- und Ochsenfuhrwerken bei normalem Wasserstand die Ahr zu durchqueren. Die Fahrbrücke erleichterte diesen Verkehr besonders in der Erntezeit, wenn die hochbeladenen Fuhrwerke das Korn zur Greener Mühle und die Mehlsäcke von der Mühle zu den Lohrsdorfer Bauern brachten. Der Greener Weg, der auf der gegenüber liegenden Straßenseite abzweigt, war die Anbindung an diese Brücke. Die Landskroner Burgherren erhoben eine Benutzungsgebühr für „ihre Brücke“ und verboten allen Bürgern: „Niemand solle Grundschwellen legen noch schwebende Brücken machen…“ (Lohrsdorf/Greener Weistum aus dem 16.Jh.!) Heute führt eine Stahlbrücke über die Ahr, die die beiden Ortsteile Lohrsdorf und Green der Doppelgemeinde Lohrsdorf verband. Diese Brücke hat ihre verbindende Funktion durch den Straßendamm der neuen B 266 verloren. Lohrsdorf und Green streben seit Jahren an, mit einer Untertunnelung des Dammes diese historische Verbindung wieder herzustellen. 

Umleitung Ritterstraße-Eulenstraße                                                                                                                                                   Bis zum Bau des Eisenbahndammes und der Regulierung der Ahr im 19. Jahrhundert waren die tiefer liegenden Bereiche der Sinzigerstraße bei Hochwasser nicht mehr passierbar. Man fuhr und ging dann über die Ritterstraße und die Eulenstraße und traf hier wieder auf die Durchgangsstraße. Der Straßenverlauf dieser Umgehung verlief gerade, immer oberhalb der Hangkante.
Verkehrsführung
Die heutige Verbindung über die großen Damm- und Brückenbauwerke nach Heimersheim entstand in der Mitte des letzten Jahrhunderts und ist gleichzeitig der Zubringer von der Sinziger Straße zur vierspurigen B266 neu und zur Autobahn A61. Seit diesem Straßenbau bemüht sich Lohrsdorf um den Lückenschluss der B266 neu zwischen Ehlinger Kopf und Sinziger Kreisel, um den gewaltigen Durchgangsverkehr durch den Ort zu reduzieren. 

0Rottegruben = Bild von Bodoklecksel unter CC:
Ehemalige Rottegruben (Kulturdenkmal „Flachsrösten“) im Wahnenbusch in Erkelenz