
Nach der Engstelle erreicht die Straße Lohrsdorf, seit 1970 Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Allseits von Berghängen umgeben, im Westen im Schutz des Vulkankegels Landskrone, bildet sich hier ein Mikroklima mit 1 bis 2 Grad höherer Temperatur als im übrigen Ahrtal. Kein Wunder, dass die deutschen Kaiser immer ein besonderes Interesse an diesem Ort bekundeten, ihn in unmittelbarer Reichzugehörigkeit behielten und, dass damit die Lohrsdorfer sich weit bis ins 19. Jahrhundert „zum Reich“ zählten. Die erste urkundliche Erwähnung findet man auf der Schenkungsurkunde Kaiser Ludwig des Frommen, der im Jahre 828 seinem Lehrer und dem Lebensbeschreiber Karls des Großen, Einhard, ein 150 Hektar großes Gut an der Ahr schenkte, dass von nun an den Namen Ludovesdorf (althd.: Hludovesthorp, also Ludwigsdorf) führte. Auch in der Folgezeit wurde dieses gesegnete Fleckchen häufig von den deutschen Kaisern für Geschenke zu besonderen Gelegenheiten genutzt. So hatten die Abtei Prüm seit 893, die Klöster Lisborn und Überwasser seit 1151 und Maria Laach seit 1161 hier Besitztümer. Mit dem Bau der Burg Landskron im Jahr 1205 durch Philipp von Schwaben wurden die Orte Lohrsdorf und Green dieser Reichsfeste zugeschlagen und hatten die Versorgung der Burg zu gewährleisten. Dazu leistete die Wassermühle in Green, die bis heute besteht, ihren besonderen Beitrag. Die Burg bestimmte von da an das Leben in den Gemeinden bis zu ihrer Abbruch 1682 durch den Herzog von Jülich, weil nach dem Brand von 1677 sich immer wieder räuberische Banden in den Ruinen festsetzten. Bis dahin wirkte sie als mächtige Festung am Eingang zum Ahrtal und schützte die Aachen-Frankfurter-Heerstraße, Verbindungs- und Pilgerstraße nach Aachen, die auch heute noch an verschiedenen Stellen in der Gemarkung von Lohrsdorf zu erkennen ist. Heute künden nur noch wenige Mauerreste von der einstigen Größe der Reichsfeste Landskron.